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Kosten für Hausnotrufsystem steuerlich absetzbar

Die Kosten eines Hausnotrufsystems sind als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzbar – und zwar auch bei allein lebenden Personen. Dies hat das Sächsische Finanzgericht entschieden.

Für Personen, die in betreuten Wohnanlagen leben, ist die steuerliche Anerkennung durch die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs geklärt. Das Sächsische Finanzgericht hat nunmehr klargestellt, dass auch bei allein lebenden Personen die Kosten eines externen Hausnotrufsystems steuerlich berücksichtigt werden können.

Die Klägerin lebte allein im eigenen Haushalt und nahm ein sogenanntes Hausnotrufsystem in Anspruch. Sie erhielt vom Anbieter ein Gerät, mit dem sie sich im Notfall per Knopfdruck an eine 24-Stunden-Service-Zentrale wenden konnte. Das Finanzamt erkannte die Kosten hierfür nicht an, weil die Dienstleistung nicht im Haushalt der Klägerin erfolge.

Das Sächsische Finanzgericht gab ihr jedoch mit Urteil vom 14. Oktober 2020 (Az. des FG 2 K 323/20) recht und erkannte - wie gesetzlich vorgesehen - 20 Prozent der Kosten des Hausnotrufsystems als haushaltsnahe Dienstleistung steuermindernd an. Haushaltsnahe Dienstleistungen seien solche Tätigkeiten, die gewöhnlich durch Mitglieder des Haushalts oder dort Beschäftigte erbracht werden. Im Regelfall stellten in einer Haushaltsgemeinschaft lebende Familienangehörige im räumlichen Bereich des Haushalts sicher, dass kranke und alte Haushaltsangehörige im Bedarfsfall Hilfe erhalten. Diese Bereitschaft ersetze das von der Klägerin in Anspruch genommene Notrufsystem. Unerheblich ist nach Ansicht der Richter*innen, dass sich die Notrufzentrale selbst nicht im räumlichen Bereich des Haushalts befindet.

Gegen das Urteil wurde vom Finanzamt Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundesfinanzhof eingelegt (Az. VI B 94/20).

(Sächsisches FG / STB Web)

Artikel vom: 08.12.2020

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